Austria 2011 WORLD CHAMPIONSHIP OF AMERICAN FOOTBALL

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Neue Helden sucht das Land

WM war gestern. Jetzt stehen die Raiffeisen Club Tryouts vor der Tür.

© Herbert Kratky
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USA wieder Weltmeister

Titelverteidiger USA dominiert Kanada im Finale der IFAF-Weltmeisterschaft vor 20.000 Fans und siegt mit 50:7.

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Deutschland bleibt Europas Nr.1

Europameister Deutschland besiegt Frankreich bei der IFAF-Weltmeisterschaft im Spiel um Platz Fünf mit 21:17.

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Team Japan erobert Bronze

Ein geblockter Field-Goal-Versuch in den letzten Sekunden entscheidet das Spiel um Platz 3 der IFAF-Weltmeisterschaft.

© Herbert Kratky
WORLD CHAMPIONSHIP OF AMERICAN FOOTBALL
Montag, 11.07.2011 22:21 Von: Daniel Fettner

Kanada eine Nummer zu groß

Über 5.000 begeisterte Fans feiern ein dramatisches Spiel zwischen Österreich und Kanada bei der IFAF-Weltmeisterschaft.


© Herbert Kratky

Das Abendspiel der Gruppe B begann mit dem Kick-Off des österreichischen Teams und somit mit dem ersten Drive der Kanadier, der jedoch vom Gastgeber an der eigenen 38-Yard-Linie gestoppt werden konnte. Der österreichische Gegenzug war zwar von Aggressivität geprägt, was jedoch mehrere Strafen und einen anschließenden Punt zur Folge hatte. Es dauerte jedoch nicht lange bis das Team-Austria wieder in Ballbesitz kam, da Defense Back Christoph Schreiner einen gefumbleten Ball in seinen Besitz bringen konnte.

Das „Ei“ konnte allerdings nicht lange in den österreichischen Reihen gehalten werden. Die Strafe folgte auf dem Fuß – Wide Receiver Scott Valberg fing einen weiten Pass von Quarterback Michael Faulds in der Endzone und brachte die „Ahornblätter“ fünfeinhalb Minuten vor dem ersten Seitenwechsel mit 7:0 in Führung. Beim anschließenden Drive der österreichischen Nationalmannschaft konnten zwar mehr Yards als in den vorherigen zurückgelegt werden, trotzdem musste der Ball, kurz vor dem Ende des ersten Viertels, Richtung Kanada gepuntet werden.

Die österreichische Defense konnte sich zu Beginn des zweiten Spielabschnitts deutlich steigern. Der kanadische Drive konnte noch in deren Hälfte gestoppt werden, wobei der Gegenangriff der Österreicher ebenfalls nach wenigen Yards vereitelt wurde. Eine gute Blockarbeit der Kanadier und massiver Druck auf Quarterback Chris Gross verhinderten größere Raumgewinne des österreichischen Teams. Nachdem die Verteidigung der Österreicher die kanadische Offense längere Zeit in Schach halten konnte, war es Matt Walters, der die Führung Kanadas weiter ausbaute. Der Running Back tanzte 75 Sekunden vor der Halbzeitpause durch die österreichische Abwehr und stellte mit seinem Touchdown auf 14:0.

Die Reaktion der österreichischen Teams schürte zuerst die Hoffnungen der begeisterten Fans – Quarterback Chris Gross zirkelte das „Ei“ auf den in der Endzone wartenden Wide Receiver Andreas Pröller, der den Ball allerdings nicht unter Kontrolle bekam. Nur wenige Yards vor der kanadischen Endzone kam es zu einem Fehlpass von Gross und dementsprechend zu einer Interception. Mit dem Ballbesitz Kanadas und dem Spielstand von 14:0 gingen die Teams in die Halbzeitpause.

Die zweite Hälfte begann mit dem Angriff der Österreicher, der jedoch aufgrund einer weiteren Interception gestoppt wurde. Der nachfolgende Drive der Kanadier war von etlichen Strafen, hüben wie drüben, geprägt. Schlussendlich konnte ein weiterer Touchdown nicht verhindert werden. Kanadas Running Back, David Stevens, tankte sich knapp sechseinhalb Minuten vor dem letzten Viertel durch die österreichische Defense und baute die Führung zum 21:0 aus.

Der darauffolgende Angriff der Gastgeber war zwar beherzt, jedoch konnte sich die Offense auch hier nicht entscheidend durchsetzen. Im Gegensatz dazu verhinderte die gut stehende Defense der Österreicher einen höheren Rückstand und konnte den Raumgewinn der Kanadier in deren Drive auf einige Yards begrenzen. Mit dem Zwischenstand von 21:0 wurden zum letzten Mal die Seiten gewechselt.

Das letzte Viertel brachte nach nur zwei Minuten den lang ersehnten Touchdown des österreichischen Teams. Der Tiroler Wide Receiver Jakob Dieplinger lief in die kanadische Endzone und pflückte in sicherer Manier den Pass von Chris Gross herunter – 21:7. Der Gegenzug der „Maple Leaves“ war ein Wechselbad der Gefühle. Nachdem die österreichische Defense die kanadische Mannschaft immer weiter zur eigenen Endzone drückte, konnten sie sich schlussendlich doch befreien und einen weiteren Touchdown erzielen. Der Wide Receiver mit der Nummer 84, Shamawd Chambers, fing den Pass von Michael Faulds und erhöhte knapp siebeneinhalb Minuten vor Schluss auf 28:7.

Der darauffolgende Gegenangriff der österreichischen Mannschaft konnte durch einen recoverten Punt verlängert und nur kurze Zeit später in weitere Punkte umgewandelt werden. Einen Yard vor der Endzone war es Running Back Mario Nerad, der in die kanadische Endzone hechtete und bei verbleibenden vier Minuten und 18 Sekunden auf 28:14 verkürzte. Doch nur wenige Minuten danach schlugen die Kanadier erneut zurück. Wieder war es Matt Walters, der knapp zwei Minuten vor Schluss das „Ei“ in die Endzone der Österreicher beförderte. Die anschließende Two-Point-Conversion, die Receiver Jedd Gardiner vollendete, brachte Team-Canada mit 36:14 in Führung. Österreich konnte die verbleibende Zeit nicht mehr für weitere Punkte nutzen, trotzdem zeigte der Gastgeber gegen den WM-Neuling und Titelaspiranten eine beachtliche Leistung. Dafür bedankte sich das begeisterte Publikum mit minutenlangen Standing Ovations.

Kanada vs. Österreich 36:14
Datum: 11. Juli 2011
Spielort: Graz
Stadion: UPC Arena
Zuschauer: 6500
Link: Game Statistics